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Muscheln: das „schwarze Gold“ aus Zeeland

Wer in diesen Wochen ein kölsches Brauhaus besucht, findet dort auf der Speisekarte unter Garantie Miesmuscheln – meist auf „rheinische Art“ zubereitet, also in Gemüsesud und mit Zwiebeln gegart, dazu eine Scheibe Schwarzbrot. Dass man das „schwarze Gold“ aus Holland auch auf andere Weise zubereiten – und sogar roh genießen – kann, zeigte uns ein junger Küchenchef jüngst bei einem Kochabend des niederländischen Muschelbüros und des Niederländischen Büros für Tourismus & Convention (NBTC) in Köln.

Koch Pim van Engelenburg zeigte den Gästen die hohe Muschel-Kunst

Koch Pim van Engelenburg zeigte den Gästen die hohe Muschel-Kunst

Erwartungsfroh steht Muschelzüchter Gert de Keijzer am Eingang der Kochschule Rheinauhafen in Köln: seine Schürze umgebunden, eine Zange in der Hand, offeriert er den Gästen seine Spezialitäten. Doch deutschen Besucher sind beim Blick in das Behältnis erst einmal skeptisch: Muscheln roh verzehren? So wie Austern? Ob das wohl schmeckt? Oh ja, versichert eine Dame, und nascht nach dem ersten Versuch gleich mehrmals aus dem Muscheltopf.

Ein Canapé mit Muscheln aus Zeeland

Ein Canapé mit Muscheln aus Zeeland

Bei dem Medienabend der Niederländer kamen aber auch weniger wagemutige Feinschmecker auf ihre Kosten: Koch Pim van Engelenburg zeigte bei einer Kochshow, welche verschiedenen Variationen der schwarzen Schalentiere aus seiner Heimat möglich sind. Die Bandbreite reicht vom Klassiker in Weißweinsoße über gratinierte Miesmuscheln, Canapés und ein feines Muschelsüppchen bis hin zu Muschel-Wraps. Frida van Dongen mundete ganz besonders die thailändische Muschelpfanne – dass man die holländischen Klassiker auch mit einer exotischen Note zubereiten kann, wusste sie bis zu dem Abend noch nicht.

Es muss nicht immer der rheinische Klassiker sein: auch auf thailändische Art schmecken Muscheln aus Zeeland

Es muss nicht immer der rheinische Klassiker sein: auch auf thailändische Art schmecken Muscheln aus Zeeland

Mit der Veranstaltung wollten die Veranstalter nicht nur Werbung für Muscheln als typisch holländisches Produkt machen. Sie wollten darüber hinaus auch zeigen, dass die niederländische Provinz Zeeland kulinarisch viel zu bieten hat – und damit dort auch Urlauber auf ihre Kosten kommen, die bislang die Niederlande nur mit Kroketten und Fritten in Verbindung brachten. Was ja auch „lekker“ ist. Die Gäste jedenfalls waren oftmals überrascht, was in der bei Deutschen so beliebten Provinz alles auf den Tisch kommt: so wurden bei dem Kochabend nicht nur Miesmuscheln in verschiedensten Variationen serviert, sondern auch mit Meerwasser gebackenes Brot („Pain de Mer“) und köstlicher Käse in Form der traditionellen Knöpfe der zeeländischen Kleidertracht. Dazu kredenzten die Veranstalter zeeländischen Wein vom Weingarten „De kleine Schorre“: Frida mundete besonders gut der Auxerrois, der sich exzellent mit den Meeresfrüchten verträgt.

Muscheln und Wein aus der niederländischen Provinz Zeeland

Muscheln und Wein aus der niederländischen Provinz Zeeland

Wie Muschelzüchter Gert uns erläuterte, werden die Muscheln in Zeeland schon seit rund 150 Jahren gezüchtet. Vom Herbst bis ins Frühjahr kommt das “schwarze Gold” in Restaurants in der gesamten Provinz auf den Tisch, und in zahlreichen Fischerorten gibt es während der Saison   Muscheltouren. Rund 57 Millionen Kilo Miesmuscheln produzieren die Niederlande jedes Jahr und exportieren sie nach Belgien, Frankreich und Deutschland. Die Zuchtgebiete in der Oosterschelde und im Wattenmeer sind insgesamt etwa 6.000 Hektar groß. Auf Miesmuschelparzellen im offenen Meerwasser wachsen die Muscheln hier in anderthalb bis zwei Jahren heran. Zwischendurch werden sie immer wieder umgesetzt, um mehr Platz zum Wachsen zu haben und nicht von Seesternen oder Krabben “vernascht” zu werden.

Das "schwarze Gold" wird in Zeeland schon seit ca. 150 Jahren geerntet

Das „schwarze Gold“ wird in Zeeland schon seit ca. 150 Jahren geerntet

Zeeland und der Muschelfang sind fest miteinander verbunden. Viele Menschen leben hier seit Generationen von den Schalentieren. Darum wissen sie, wie wichtig Nachhaltigkeit in der Fischerei ist. So wird die Miesmuschelzucht auf künstlichen Bänken immer weiter abgebaut, damit wieder natürliche Miesmuschelbänke und Seegrasfelder entstehen können. Die Muschelkutter bringen ihren frischen Fang stets direkt zur Miesmuschelauktion in der zeeländischen “Miesmuscheln-Hauptstadt” Yerseke. Hier kaufen Muschelrestaurants in der Umgebung schließlich das Produkt, das die Provinz kulinarisch berühmt macht. Auf den Tellern der Urlauber sind sie dann nicht nur frisch gefangen und lecker, sondern auch gesund: Die zeeländische Köstlichkeit enthält viel Eiweiß und wenig Fett, außerdem ist sie reich an Mineralen und Vitaminen.

"Lekker" sind die Muscheln auch als feines Süppchen - und gesund sind sie sowieso!

„Lekker“ sind die Muscheln auch als feines Süppchen – und gesund sind sie sowieso!

Wir haben uns an dem Abend also auch gesundheitlich etwas Gutes getan! Zum Nachkochen habe ich euch noch das Rezept für die Thailändische Muschelpfanne an Land gezogen:

Eet smakelijk! Eure Frida van Dongen

Fotos: Martin Scherag für das NBTC

Thailändische Muschelpfanne

4 Personen, Zubereitungsdauer: 25 Minuten, Hauptgericht

Zutaten:

300 g Pandanreis

4 kg Miesmuscheln

3 EL Öl

2 Zwiebeln, grob geschnitten

2-3 EL Thailändische rote Currypaste (Glas)

1 Bund Bok Choy, in Streifen geschnitten

1 Päckchen cremige Kokosmilch (200 ml)

1 Bund Koriander, grob gehackt

1 Limette, in Stücke zerteilt

Zubereitung

Den Reis nach den Anweisungen auf der Verpackung kochen. Die Muscheln überprüfen.

In einem großen hohen Kochtopf das Öl erhitzen, Zwiebeln 3 Min. anschwitzen und die Currypaste und Bok Choy hinzugeben.

Die Kokosmilch darüber gießen und die Muscheln auf das Gemüse legen.

Die Muscheln im geschlossenen Topf zum Kochen bringen und 6-8 Min. oder bis sich alle Muscheln geöffnet haben, kochen lassen.

Den Koriander über die Muscheln streuen und mit Schälchen duftendem Reis und Limetten servieren.

Tipp: Ihr könnt auch zu dem Bok Choy 200 g Zuckerschoten oder eine abgetropfte Dose Maiskörner (200 g) geben

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