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Mit der Handschrift des Stammgastes: das Parkhotel De Wiemsel in Twente

Bild: Frida van Dongen

Das Hotel:

Wenn ein Stammgast sein Lieblingshotel übernimmt, muss dabei ja eigentlich etwas Gutes herauskommen. Zumal dann, wenn jener Dauerkunde auch noch Hotelier ist. H. J. Claassen, ein 72-jähriger Unternehmer aus Lüneburg, verbrachte früher regelmäßig ein paar Tage in dem Hotel „De Wiemsel“.

Bild: Frida van Dongen

Beste Aussichten: Blick von der Hotelterrasse auf den Park.

Das Traditionshaus war über die Grenzen der Niederlande hinaus bekannt geworden, als 1968 die europäischen Finanzminister dort logierten. Auch die frühere Königin Beatrix beehrte das Hotel bereits.  Claassen also kam einmal im Jahr ebenfalls zum Kurzurlaub dorthin –  bis er und seine Gattin 2014 vor verschlossenen Türen in der Twenter Landschaft standen. Die Betreiber der Herberge waren pleite.

Bild: Frida van Dongen

Sogar sein eigenes (Herren-)Parfum hat der findige Unternehmer H. J. Claassen kreiert.

Als Claassen wenig später das Angebot erhielt, das Haus zu übernehmen, schlug er zu. Der findige Industriekaufmann hatte schließlich Erfahrungen in der Hotellerie: als er in den 1970er Jahren seine Firma Meltex in Lüneburg gegründet hatte und es an Übernachtungsmöglichkeiten für Kunden und Geschäftspartner mangelte, baute er kurzerhand sein eigenes Hotel. Noch heute betreibt er dieses und eine weitere Unterkunft in Lüneburg.

Foto: Frida van Dongen

HIer ist die Welt noch in Ordnung: wir nächtigten mit offener Balkontüre und atmeten die Parkluft.

Aber zurück zum Parkhotel De Wiemsel. Man merkt dem nach einer Komplettrenovierung am 5. August 2015 wiedereröffneten Haus an, dass hier jemand seine persönlichen Reiseerfahrungen hat einfließen lassen. Die komfortable, durchdachte Ausstattung der Zimmer lässt darauf ebenso schließen wie die Arrangements – von Radel-Wochenenden über Golftrips bis hin zu Kultur-und Weinpaketen – sowie die Einrichtungen im großzügigen Wellnessbereich und Spa. Dort versichert eine Kosmetikerin während der Pediküre, dass Herr Claassen einmal im Monat vorbeischaue, um in seinem Hotel nach dem Rechten zu sehen.

Foto: Frida van Dongen

Erst das Dampfbad, dann die Eis-Abreibung: Frida ließ es sich gut gehen…

Der vom neuen Besitzer beigefügte Zusatz „Parkhotel“ ist übrigens durchaus gerechtfertigt: anders als in vielen Unterkünften, die diesen Titel tragen, ist mit dem „Park“ nicht nur ein Blumenbeet am Eingang gemeint, sondern ein großzügiges Terrain, das man auf von Blumen und Skulpturen gesäumten Pfaden umrunden kann. Auch einen kleinen Kräutergarten gibt es dort, aus dem einige Ingredienzien für die Küche des Restaurants „De Wanne“ gepflückt werden.

Bild: Frida van Dongen

Direkt vom Zimmer aus im Grünen: der Park des Hotels „De Wiemsel“.

Bild: Frida van Dongen

Blühende Pracht trotzt dem grauen Himmel…

Bild: Frida van Dongen

Schön zum nachmittäglichen Flanieren: der Park des Hotels „De Wiemsel“.

Die Besonderheit:

Der persönliche, entspannt-freundliche Service. Frida ist viel unterwegs. In den meisten Hotels geht der Check-in innerhalb von drei Minuten kühl-lächelnd über die Rezeptionsbühne: angenehme-Reise-gehabt-hier-ihr-Zimmer-Nr.XYZ-Aufzug-auf-der-linken-Seite-Frühstück-von-7-bis-10-angenehmen-Aufenthalt. Nicht so im Parkhotel De Wiemsel.

Foto: Frida van Dongen

Zur Begrüßung ein Gläschen Schampus – so macht der Check-in Freude

Im Foyer lassen wir uns in tiefe Sessel plumpsen. Nach Erfüllung der Formalitäten bietet uns die Empfangsdame einen Begrüßungsdrink an – schwups, stehen zwei Gläser Schampus vor uns – und die freundliche Rezeptionistin verwickelt uns in ein Gespräch über die Grenznähe des Hotels und die Fahrt über Alleen durch die Provinz Overijssel, während wir am Gläschen nippen. Anschließend geleitet sie uns in die Junior Suite und erklärt uns die verschiedenen (technischen) Einrichtungen. Darunter übrigens auch der Bewegungsmelder, der einem nachts dezent den Weg zur Toilette erleuchtet – eine praktische Funktion, die ich bisher noch in keinem anderen Hotel der Welt gesehen habe.

Bild: Frida van Dongen

Der kunstsinnige Hotelier Claassen legt Wert auf ansprechende Dekoration – nicht nur am Empfang…

Der Wohlfühlfaktor:

Der Park. Die Ruhe. Die Betten. Das Spa. Zum Wohlfühlen hat man viel Gelegenheit. Man könnte ob der mannigfaltigen Optionen glatt in Wohlfühlstress geraten.

Foto: Frida van Dongen

Nur keinen Wohlfühlstress: Frida entspannt auf der Zimmer-Terrasse

Der ideale Gast:

Mutter und Tochter. Deren Tag dürfte so aussehen: nach einer geruhsamen Nacht mit offener Balkontür (zum Parkluftatmen) geht es ins mit allen An- und Unannehmlichkeiten ausgestattete Fitnessstudio des Hotels. Anschließend wird der Kalorienspeicher beim reichhaltigen Frühstücksbuffet mit Hering, Lachs und Co wieder aufgefüllt. Derart gestärkt, schwingen sich La Mama und ihr Töchterchen aufs Fahrrad und radeln durch die grüne Twenter Landschaft. Angenehm ermattet, schwitzen die Damen dann in der großzügig angelegten, blitzsauberen Wellnesslandschaft im Dampfbad, reiben sich mit gestoßenem Eis ab und genehmigen sich gegen 17 Uhr den ersten Drink auf der Parkterrasse – bevor sie zum gediegenen Diner mit dezentem regionalem Twenter Einschlag schreiten. Beschwipst vom Genever flanieren sie dann noch durch den Park. Vor der Abreise am nächsten Tag noch eine Pediküre im hauseigenen Spa – und die Damenwelt ist sehr in Ordnung!

Bild: Frida van Dongen

Erst die Arbeit…

Foto: Frida van Dongen

…dann das Vergnügen!

Informationen: Parkhotel de Wiemsel, Winhofflaan 2, 7631 HX Ootmarsum, Tel.: +31 (0)541 791010, info@parkhote-dewiemsel.nl, 56 Zimmer, Wellnesslandschaft, Spa, zwei Pools (innen und außen), Restaurant  www.parkhotel-dewiemsel.nl

Bewertung: 9/10

Frida van Dongen war auf Einladung im Parkhotel De Wiemsel. Ihre Begeisterung für die Viersterne-Herberge kam von alleine.

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