Amsterdam, Hotels
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Im Bett mit Marcel Wanders: Das Andaz Amsterdam

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Das Hotel: Andaz Amsterdam. Das Haus befindet sich in der ehemaligen Stadtbücherei an der Prinsengracht an einer der schönsten Stellen des historischen Grachtengürtels. Fast alle Attraktionen sind zu Fuß erreichbar. Der Blick aus dem Fenster ist formidabel: Grachten, Giebelhäuser, Brücken und Hausboote. Zum In-Viertel Jordaan sind es nur ein paar Schritte.

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Die Besonderheit: Das Hotel wurde vom holländischen Design-Superstar
Marcel Wanders gestaltet, der selbst Anteile am Haus hält. Wanders will die reichhaltige Geschichte der Stadt greifbar machen. Das heißt in der Praxis: Die Tapeten greifen Motive wie Windmühlen, die Westerkerk und andere holländische Ikonen auf.

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Dazwischen stehen Aphorismen von Helden wie Johan Cruyff. Die Waschbecken erinnern in ihrer Farbensprache an die Delfter Porzellanmanufaktur. An den Wänden hängen Holzklompen. Dazu gönnt sich Wanders Extravaganzen, die ihn bekannt gemacht haben: neobarocke Anklänge oder tulpenförmige Hängelampen gigantischen Ausmaßes. Über den Betten dienen seltsame Phantasiegebilde als Wandschmuck, die nur als Zwitter aus landestypischen Fischen und Bestecken gedeutet werden können.

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Hotel-Gadgets: Der Gast muss zum Einchecken nicht an einer schnöden Rezeption vorsprechen. Stattdessen wartet entspanntes Personal juvenilen Alters mit einem iPad auf. Eine gut sortierte Mini-Bar (bei meinem Besuch war auch Bier drin, aber kein Schnaps oder Wein) und die Benutzung einer Nespresso-Maschine sind im Preis inbegriffen. Das Wifi ist kostenlos und schnell.

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Die Marke: Andaz. Hinter dem Namen verbirgt sich die Hyatt-Gruppe, die mit einer frischen Linie ein neues Publikum ansprechen möchte. Das Wort Andaz stammt aus dem Hindi und Urdu. In den beiden indischen Sprachen bedeutet Andaz gleichermaßen „einzigartiger Stil“. Das Konzept steht für Luxus-Boutique-Hotels. Noch sind die Standorte rar und exklusiv: San Francisco, San Diego, L.A., Shanghai und rund ein halbes Dutzend weiterer Metropolen.

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Der Wohlfühlkator: Die Atmosphäre ist entspannt. Das Personal hält sich diskret im Hintergrund. Die Einrichtung ist extravagant aber sehr gelungen, besonders die nostalgischen Noten sprechen mich an. Der Preis (ab 300 Euro pro Nacht) ist zünftig. Aber das darf nicht überraschen: Amsterdam ist ohnehin teuer. Die Lage ist exzellent und der Aufwand beträchtlich.

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Der ideale Gast: Ein Kölner Design-Professor hat sich kürzlich in meiner Gegenwart über die hohen Hotelpreise in Paris beschwert: „Unter 800 Euro die Nacht findet man kaum etwas anständiges.“ Er würde sich hier sicherlich gut aufgehoben fühlen. Für etwas bodenständigere Menschen ist das Andaz wohl eher ein Once-In-A-Lifetime-Erlebnis.

Bewertung: 7 (von 10)

AndazAmsterdam06Technische Daten: Andaz Amsterdam, Prinsengracht 587, 1016 HAT Amsterdam.
122 Zimmer, Wifi und Minibar kostenlos, 24-Stunden-Fitnessraum, kostenlose Fahrräder. Parkgarage in der Nähe, 40 € pro Tag

Ralf Johnen, Mai 2014. Der Autor war auf Einladung des Niederländischen Büros für Tourismus & Convention in Amsterdam.

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